Was kostet es, eine Fassade sanieren zu lassen?

Fassaden sind rund um die Uhr jeglichen Witterungserscheinungen ausgesetzt. Die Farbe blättert nach einigen Jahren ab, Pflanzenbewuchs schädigt die Mauer und Frost kann Risse in der Außenwand verursachen.

Die Kosten für das Sanieren einer Fassade setzen sich vor allem aus Gerüstkosten, Ausbesserungsarbeiten und dem Aufwand für das Neustreichen zusammen.
Im Folgenden helfen wir Ihnen bei Planung und Kalkulation. Zudem erhalten Sie Kostenbeispiele und können kostenfrei und unverbindlich direkt online Kostenvoranschläge einholen!

Kostenübersicht 2017

Die Tabelle gibt einen ersten Überblick über die Kosten. Wie diese sich genau zusammensetzen, erfahren Sie weiter unten.

Bezeichnung Preise Preise Fassade 100m²
Gerüstkosten 500,- bis 800,- € 500,- bis 800,- €
Fassade ausbessern 20,- bis 30,- € je m² 250,- bis 500,- €
Fassade grundieren 4,- bis 6,- € je m² 400,- bis 600,- € je m²
Fassadenfarbe inkl. Arbeitsleistung 10,- bis 15,- € je m² 1000,- bis 1500,- €
Summe 2150,- bis 3400,- €

Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Kosten für Ihr Projekt berechnen lassen - der Preisvergleich

Aufgrund der großen Preisspanne lohnt es sich, mehrere Kostenvoranschläge zu vergleichen. Zudem sehen Sie so schon vorab, wie die genauen Kosten in Ihrer Region und für Ihre speziellen Projektanforderungen sind.
Dazu können Sie einfach das nachfolgenden Formular ausfüllen (kostenfrei und unverbindlich!).

Die Kosten im Überblick

Hat man alle notwendigen rechtlichen Fragen geklärt, sollte man unbedingt einen Malerfachbetrieb beauftragen. Bei einem Haus mit einer Fassadenfläche von 100 m² muss man mit Gerüstkosten zwischen 500,- und 800,- € rechnen (4 Wochen Standzeit: ca. 50,- bis 85,- € pro m²).

Zu Beginn muss die Fassade gereinigt werden. Dies kann in Eigenregie mit Hilfe eines Hochdruckreinigers erfolgen. Die Kosten für das Ausbessern kleinerer Schäden am Putz belaufen sich auf ungefähr 20,- bis 30,- € je m². Das Abdecken der Fenster und Türen ist ein weiterer Kostenfaktor.

Anschließend muss die Fassade grundiert werden und ein zweimaliger Anstrich mit wasserabweisender Farbe erfolgen. Für letzteres muss man Kosten von ca. 1000,- bis 1500,- € je 100 m² einrechnen.

Bei ungedämmten Wänden ist eine Außendämmung notwendig. Ein Vollwärmeschutz, bei dem Dämmplatten auf die Fassade montiert werden, kostet zwischen 20,- und 120,- € je m².
Der Preis ist hierbei abhängig vom verwendeten Material (Faserzement, Mineralwolle, Polyurethan). Die preiswerteste Variante sind Polyurethan Platten, da sich die Kosten auf ca. 15,- € je m² belaufen.

Kosten sparen - Förderung für Fassadendämmungen

Der größte Nutzen des Dämmens eines Gebäudes ist es, Energie und somit Kosten zu sparen. Deswegen hat die KfW-Bank ein Programm ins Leben gerufen, welches nachhaltig die Wärmedämmung fördert, indem sie zinsgünstige Kredite und Zuschüsse einräumt.Die Anforderungen der Bank sind zwar höher als die der Energiesparverordnung, aber es ist gleich, ob die Dämmung im Rahmen einer Komplett- oder Teilsanierung realisiert wird. Unter dem Punkt „Energiereffizient sanieren“ gibt es seit dem 1. März 2011 drei unterschiedliche Programme für die Förderung von Fassadendämmungen:

  • Investitionszuschuss: 10% der Sanierungskosten, aber max. 5.000 €/Wohneinheit werden gefördert
  • Kredit: zinsgünstige Darlehen; max. 100.000/Wohneinheit + bis zu 27,5% der Kreditsumme (max. 27.500€)
  • Kredit, Einzelmaßnahmen: max. 50.000€/Wohneinheit zinsgünstige Darlehen für Teilsanierungen (z.B. Außenwanddämmung) + Tilgungszuschuss der Kreditsumme von max. 7,5%

Vor Beginn der Fassadendämmung muss natürlich der Antrag auf Förderung gestellt werden. Des Weiteren ist die Einbindung eines Experten der „Energieeffizienz-Experten für Förderprogramme des Bundes“ erforderlich, um eine Förderung erwirken zu können.

Grundlegendes zu Fassaden

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einschaligen und mehrschaligen Fassaden (sog. Doppelfassaden) und kombinierten Fassaden, welche die Methoden der ersten beiden verbindet. 

Unter einer Vorhangfassade versteht man eine leichte Außenwand ohne tragende Funktion, die das äußere Klima vom Innenraumklima eines Gebäudes trennt. Eine Lochfassade enthält einem Fensterprofil entsprechende Elemente für die Platzierung von Fenstern. Eine Pfostenriegel-Konstruktion kommt für die Produktion filigraner Glasfassaden zum Einsatz. Stoffe, die als Fassadenmaterial dienen, sind u.a. Holz, Metall und Beton. Auch Klinkerfassaden erfreuen sich einer gewissen Beliebtheit.

Die bei einer Fassadensanierung beteiligten Gewerke sind üblicherweise Stuckateure, Dachdecker, Trockenbauer und Maler.

Bei der Wahl der Fassade kommt es nicht nur darauf an, was gefällt, sondern auch, was erlaubt und bautechnisch sinnvoll ist. Die Fassade muss zum Ortschaftsbild passen und vorgegebene Kriterien erfüllen. Daneben spielt der Standort natürlich auch in Bezug auf Witterungsverhältnisse eine Rolle, denn die Fassade muss den vorherrschenden Wetterbedingungen standhalten können. Für ein Haus im feuchten Norden Deutschlands eignet sich beispielsweise eine Klinkerfassade besser als eine Holzfassade. Je nach Bauweise des Hauses und Fassadenart ergeben sich notwendige Schönheitsreparaturen und Sanierungsarbeiten, die regelmäßig von Fachleuten durchgeführt werden sollten.

Ausbessern oder komplett sanieren?

Bröckelnde Fassaden beeinträchtigen das Raumklima und müssen daher ausgebessert werden.
Kleine Risse deuten auf zu hohe Spannungen hin, die sich bei Nichtbehandlung sogar auf die gesamte Fassade ausbreiten können. Viele Arbeiten kann man mit Materialien aus dem Baumarkt auch selber erledigen, allerdings sollte man sich dafür gut beraten lassen, denn ein Laie kann die Arbeit eines Handwerkers nicht ersetzen. Wer also auf Nummer sicher gehen will, lässt den Profi ans Werk.

Das gilt besonders dann, wenn die Fassade sehr stark beschädigt ist. Denn dann muss die Tragfähigkeit überprüft und die Fassade oftmals in mehreren Schritten saniert werden. Die dafür notwendige Vorgehensweise kann nur von einem Fachmann erstellt werden. Außerdem müssen gesetzliche Vorschriften beachtet werden. Nach der Energiesparverordnung (EnEV) muss eine Fassade komplett mit Wärmedämmung erneuert werden, wenn mehr als zehn Prozent der Fläche eines Gebäudeteils von Schäden betroffen sind. Mit dieser energetischen Sanierung verbessert sich der Wärmeschutz und führt zu einer Senkung des Heizbedarfs.

Regelmäßige Kontrolle ist unerlässlich

Da die Fassade die Schutzschicht des Hauses darstellt, sollte man sich regelmäßig vergewissern, dass sie sich in einem guten Zustand befindet. Der beste Zeitpunkt für die Untersuchung nach Rissen im Putz, abblätternden Anstrichen oder hohl erscheinenden Flächen ist im Frühjahr. Dabei sollten besonders Übergangsstellen wie Fensterbrüstungen, Balkone oder Dachanschlüsse genau inspiziert werden.

Sind die Mängel zu gravierend, kann Feuchtigkeit ins Mauerwerk dringen und dauerhafte Schäden anrichten. Um genau abzuklären, wie groß die Mängel und die damit verbundenden Gefahren sind, sollte man einen Spezialisten zu Rate ziehen, der sich vor Ort ein Bild von der Lage macht.

Rechtliche Vorschriften

Hausbesitzer müssen sich an bestimmte Verordnungen wie das Baugesetzbuch, das jeweilige Landesbauordnungsgesetz und an die Gestaltungssatzung der Gemeinde halten. Mit diesen Vorschriften soll ein bestimmtes Stadt- oder Ortsbild erhalten bleiben, weshalb oftmals schon im Bebauungsplan festgelegt ist, welche Kriterien die Häuser erfüllen müssen.

Besonders wenig Spielraum hat man als Besitzer, wenn das eigene Haus denkmalgeschützt ist, denn dann ist es fraglich, ob überhaupt Veränderungen in Eigenregie vorgenommen werden dürfen.

Wenn weder Gestaltungssatzung, noch Denkmalschutz vorliegen, heißt das leider trotzdem nicht, dass man die Farbe der Fassade frei wählen kann, denn es ist immer Rücksicht auf das Ortsbild zu nehmen. Gerade in kleinen Gemeinden empfiehlt es sich also, vor der Auswahl der Fassadenfarbe eine Genehmigung bei der zuständigen Baubehörde einzuholen. Handelt es sich um eine Wohnungseigentümergemeinschaft, sollte man sich zudem mit den Nachbarn über die Farbe einigen.

Checkliste

  • Regelmäßig den Fassadenzustand überprüfen
  • Vor neuem Farbanstrich Genehmigung bei zuständiger Baubehörde einholen
  • Vor Sanierung mehrere Kostenvoranschläge von verschiedenen Fachbetriebe einholen
  • Informieren Sie sich über Fördermöglichkeiten
  • Machen Sie einen Preisvergleich