Trockenbau - Preise und Möglichkeiten im Überblick

Im Falle einer abzuhängenden Decke oder einer fehlenden Trennwand ist der Trockenbau die schnelle und günstige Alternative zu massiven Mauerarbeiten.

Unter Trockenbauarbeiten versteht man die Befestigung von Gipsplatten auf einer Unterkonstruktion aus Metallprofilen oder Holzleisten. Eine andere Variante ist der sogenannte Trockenputz. Dabei werden die Gipsplatten mit Ansatzbinder (Kleber) direkt auf dem Mauerwerk befestigt.
Da die Kosten bei den verschiedenen Verfahren überschaubar sind, lohnt es sich hier einen Profi einzusetzen. Wir zeigen Ihnen, was Sie bei Planung und Kalkulation beachten müssen und mit welchen Kosten Sie bei einem Profi rechnen sollten. 

Außerdem können Sie eine Ausschreibung durchführen, um kostenlos und unverbindlich Angebote von qualifizierten Trockenbauern aus Ihrer Region einzuholen.

Kostenübersicht 2017

Die Tabelle gibt einen ersten Überblick über die Kosten. Wie diese sich genau zusammensetzen, erfahren Sie weiter unten.

Bezeichnung Preise je m²
in Euro
Preise je 15 m²
in Euro
Preise je 30 m²
in Euro
Handwerkerkosten 35,- bis 65,- 525,- bis 975,- 1.050,- bis 1.950,-
Gipskartonplatten 3,- bis 5,- 45,- bis 75,- 90,- bis 150,-
Summe 38,- bis 70,- 570,- bis 1.050,- 1.140,- bis 2.100,-
Kosten der Metallprofile 3,- bis 5,- Euro
je m
3,- bis 5,- Euro
je m
3,- bis 5,- Euro
je m

Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Kosten für Ihr Projekt berechnen lassen - der Preisvergleich

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Dieser Schritt hat sich für unsere Besucher immer wieder bewährt, da es kaum anders möglich ist, mit solch einem geringen Aufwand so viele gute Angebote zu erhalten.

Kosten für den Trockenbau

Der Arbeitslohn für den Handwerker wird in der Regel auf Quadratmeterbasis abgerechnet. Je nach Qualifikation und Region ergeben sich ungefähr Preise zwischen 50,- und 70,- Euro je Quadratmeter. Der Arbeitsaufwand ist in erster Linie von den räumlichen Gegebenheiten abhängig. Soll eine bestimmte Dämmung eingebunden werden, steigen die Preise ebenfalls.

Auch das Abhängen von Wänden gehört zur Arbeit eines Trockenbauers Die Materialkosten setzen sich aus den Kosten der Gipskartonplatten und der Profile zusammen. Einfache Gipskartonplatten erhält man schon für
ca 3,- bis 5,- Euro je Quadratmeter.

Hat man zusätzliche Anforderungen an die Qualität der Platten – beispielsweise einen besonderen Schall- oder Brandschutz – können die Preise steigen. Die Kosten der Metallprofile werden je laufendem Meter berechnet und liegen bei 3,- bis 5,- Euro je Meter.

Besonders häufig werden dabei UW- und CW-Profile verwendet. UW-Profile werden an der bestehenden Decke und dem Boden für das Ständerwerk montiert. Die CW-Profile passen genau zwischen die UW-Profile und werden vertikal hineingestellt. Als Alternative zu den Metallprofilen kann man Holzkonstruktionen verwenden.

Ist das Konstrukt aus Metallprofilen oder Holz vorbereitet, kann daran die Beplankung aus Gipskartonplatten montiert werden. Für eine freistehende Wand mit Maßen von 5×3 Metern benötigt man demzufolge ca. 20 Meter Metallprofile. Bei Bedarf fallen noch weitere Kosten für das Dämmmaterial an. Am Ende wird die Fläche zwischen den Gipskartonplatten verspachtelt.

Grundlagenwissen zu Gipskartonplatten für Trockenbauwände

Beim Trockenbau werden raumbegrenzende, nicht tragende Bauteile hergestellt. Viele Heim- und Mietbewohner verspüren den Wunsch, die Raumaufteilung der eigenen vier Wände den aktuellen Bedürfnissen und Lebensphasen anzupassen. Ist beispielsweise mit neuem Nachwuchs zu rechnen muss eventuell ein neuer Raum geschaffen werden. Verfügt die Wohnung über einen besonders großen Raum, kann dieser in zwei kleinere unterteilt werden. In beiden Fällen bietet es sich an, mit Trockenbauwänden aus Gipskartonplatten zu arbeiten. 

Eine Gipsplatte ist ein mit Karton ummantelter Gipskern  gemäß der DIN 18 180. Gipsplatten sind nicht brennbar nach der Baustoffklasse A2. Sie sind formbeständig, stabil und frei von gesundheitsgefährdenden Schadstoffen. Des Weiteren sind Gipsplatten atmungsaktiv, leicht und einfach zu transportieren und auch gut zu verarbeiten. Gipsplatten sind in unterschiedlichen Stärken und Größen im Handel erhältlich.

Das Material ist sehr leicht und kann individuell verarbeitet und zugeschnitten werden. Zudem kann die Trockenbauwand samt Unterkonstruktion bei Bedarf später wieder ohne Probleme entfernt werden. Allerdings haben nicht alle Gipskartonplatten die gleichen Eigenschaften und sind auch nicht für jede Art von Wohnraum geeignet. Machen Sie sich im Vorfeld darüber Gedanken, welchen Nutzen die Wand haben soll.

Für den Innenbereich empfiehlt es sich, einen Schallschutz zu gewährleisten. Arbeiten Sie daher mit Trockenplatten und Akustikplatten. Bei Umbauarbeiten müssen die Anforderungen an den Brandschutz in Gebäuden unbedingt eingehalten werden. Gipskarton-Feuerschutzplatten haben einen hohen Widerstand gegenüber Feuer und sind besonders für den Brandschutz geeignet. Gipskartonplatten eigenen sich in erster Linie gut für nicht-tragende Wände und für die Innenverkleidung eines Daches. Werden sie in Verbindung mit bestimmten Dämmstoffen (bspw. Mineralwolle) verwendet, kann die Gipskartonwand auch Wärme dämmen. 

Sind zum Beispiel Trockenbauarbeiten in häuslichen Bädern geplant, müssen unbedingt imprägnierte (grüne) Gipsplatten verwendet werden. Weiter unten geben wir Ihnen einen ausführlichen Überblick über die verschiedenen Einsatzbereiche von Gipskartonplatten.

Tipp: Sind Sie gerade dabei, Ihr Dachgeschoss auszubauen oder wollen sich in die neu gezogene Wand im Innenbereich eine Innentür einbauen lassen? In unseren Ratgebern informieren wir Sie ausführlich über die anfallenden Dachausbau Kosten und zeigen Ihnen, mit welchen unterschiedlichen Arten von Innentüren Sie arbeiten können.

Einsatzbereiche von Trockenbauarbeiten / Gipskartonplatten

Dachgeschossausbau

Der Ausbau eines Dachgeschosses ist, wenn Wohnraum knapp ist, eine gute Möglichkeit um zusätzlichen Raum zu schaffen. Beachtet werden sollte, dass die Raumhöhe mindestens 2,20 Meter beträgt und die besonderen Anforderungen an den Brandschutz sichergestellt werden. Bei Deckenverkleidungen sollte die Feuerwiderstandsklasse F30 bzw. F60 erreicht werden, sowie bei Trennwänden F30, F60 bzw. F90 (die jeweilige Zahl drückt aus, wie viele Minuten die Gesamtkonstruktion dem Feuer standhält). Wie schon erwähnt, gibt es Gipsplatten in verschieden Größen. Bei der Beschaffung sollte darauf geachtet werden, dass man die Platten durch das Treppenhaus oder eine Dachluke überhaupt bis ins Dachgeschoss transportieren kann.

Vor dem eigentlichen Verkleiden, muss der Sparrenzwischenraum mit Dämmstoff ausgefüllt werden. Nachfolgend wird auf dem Dämmstoff eine geeignete Folie als Dampfsperre angebracht. Diese verhindert, dass Kondenswasserschäden entstehen, wenn Wasserdampf von innen nach außen wandert. Alle Überlappungen der Folie sind exakt mit Klebeband abzudichten.

Erstellung von nichttragenden Innenwänden

Zunächst muss der Verlauf der zu errichtenden Wand an Fußboden und Decke markiert werden. Dabei müssen außerdem die Türöffnungen eingezeichnet werden. Im nächsten Schritt werden die Rahmenprofile (UW) mit Dichtungsband beklebt und an Decke und Fußboden entlang des markierten Verlaufs befestigt. Danach können die Ständerprofile (CW) ebenfalls mit Dichtungsband beklebt und an die Wandseiten geschraubt werden. Ist dies erledigt, können die weiteren CW- Profile im entsprechenden Abstand in die UW-Profile gestellt werden. Für Türöffnungen muss jeweils ein Türsturzprofil in der richtigen Höhe über das CW-Ständerprofil geschoben werden.

Ist dies erledigt, kann die erste Seite der Konstruktion mit Gipsplatten beplankt werden. Anschließend werden je nach Bedarf Stromkabel, Installationsleitungen und Dämmplatten eingelegt. Abschließend kann die andere Seite beplankt werden.

Vorwandinstallation

Vorwandinstallationen (auch Vorsatzschale genannt) können raumhoch oder nur halbhoch errichtet werden. Hierbei hat die halbhohe Ausführung den Vorteil, dass sich dadurch eine zusätzliche Ablagefläche ergibt. Die Arbeitsschritte bei der Vorwandinstallation entsprechen dem Vorgehen bei nichttragenden Wänden (vorhergehender Absatz). Sollen nachfolgend Fliesen angebracht werden, ist unbedingt eine Doppelbeplankung notwendig.

In Feuchträumen wie Bädern müssen imprägnierte Gipsplatten verarbeitet werden. Die Fugen werden ebenfalls mit Feuchtraumspachtel ausgefugt. In spritzwassergefährdenden Bereichen (Wand und Boden), muss eine spezielle Dichtmasse gestrichen werden. Raumecken, in die später eine Dusche eingebaut wird und Rohrleitungsanschlüsse z.B. für die Mischbatterie der Dusche, sind mit Flächendichtband / Dichtmanschetten abzudichten. 

Trockenputz/Wandverkleidung

Eine platz- und zeitsparende Variante, um ebene glatte Wände herzustellen, ist das Kleben der Gipsplatten direkt auf das unverputzte Mauerwerk.  Dabei  werden  ideale Flächen geschaffen, um nachfolgend Fliesen oder Tapete anzubringen. Voraussetzung für entsprechende Arbeiten ist, dass der Untergrund trocken und frostfrei ist.

Lose Teile sowie alte Anstriche sind zunächst zu entfernen. Vor dem Kleben der Gipsplatten sollte der Untergrund mit einer Grundierung gestrichen werden. Der zum Kleben der Gipsplatten zu verwendende Ansatzbinder wird batzenförmig auf der Rückseite der Gipsplatten in größeren Abständen verteilt. Danach wird die Gipsplatte mit Hilfe von Richtscheit und Gummihammer auf dem Untergrund ausgerichtet und befestigt. Es ist darauf zu achten, dass die senkrechten Stöße versetzt angeordnet werden. Abschließend müssen die Fugen noch gespachtelt werden. 

Raumdeckenverkleidung/ Deckenabhängung

Ganz egal ob es sich um einen Alt-oder Neubau handelt: mit Gipsplatten kann man unansehnliche Raumdecken gut verkleiden. Die entsprechende Unterkonstruktion kann dabei aus Holzlatten oder aus Metallprofilen hergestellt werden. Bei der Verwendung von Holzlatten werden diese als Grundlattung direkt  an die Rohdecke geschraubt, danach werden Latten 90° versetzt als Traglattung auf die bereits montierte Grundlattung geschraubt.

Zwischen der Grundlattung und der Wand soll ein Abstand von 2 cm sein. Bei der Variante der Metallkonstruktion, besteht die Möglichkeit die neu zu errichtende Decke von der bestehenden Raumdecke abzuhängen, was wiederrum die Möglichkeit schafft, in den Zwischenraum Installationsleitungen zu verlegen oder auch Beleuchtungssysteme zu integrieren.

Um zukünftig Heizkosten zu sparen, wird die Unterkonstruktion mit Dämmplatten ausgelegt. Bei der Deckenabhängung muss die Einbauhöhe umlaufend an den Wänden markiert werden, danach werden die Wandanschlußprofile (UD) befestigt. Die Deckenprofile (CD) werden je nach gewünschter Abhängehöhe mit Direktabhängern oder Schnellabhängern an der Rohdecke montiert. Daran werden 90° versetzt die Tragprofile befestigt. Anschließend können die Gipsplatten mit Schnellbauschrauben angeschraubt und nachfolgend verfugt werden.

Bei der Raumdeckenverkleidung sind die entstehenden Materialkosten wieder abhängig von der gewünschten bzw. geforderten (Brandschutz) Ausführung. 

Trockenunterboden

Hierunter versteht man die Sanierung von Fußböden bei der Altbaumodernisierung oder beim Dachgeschoßausbau mit sogenannten Trockenestrich-Elementen. Diese können auf Stahlbetondecken sowie auch auf Holzbalkendecken aufgebracht werden. Sie haben hervorragende Dämpfungs- und Isolierungsfähigkeiten.  Die Stahlbetondecke muss zuerst mit einer PE-Folie ausgelegt werden. Dabei ist auf eine Überlappung von jeweils 20 cm bei den einzelnen Bahnen zu achten, um eine ordnungsgemäße Dampfbremse zu erreichen. Zudem sollte an einen, an den Wänden umlaufenden Randdämmstreifen zur Vermeidung von Schallübertragung gedacht werden.

Eine Holzbalkendecke wird mit Wellpappe ausgelegt und ebenfalls mit Randdämmstreifen versehen. Danach wird eine Trockenschüttung zum Ausgleichen der Unebenheiten im Fußboden von mindestens 2 cm Stärke aufgebracht und anschließend mit einen Richtscheit über zwei Abziehlehren waagerecht abgezogen. Jetzt können die Trockenestrich-Elemente, beginnend von der Zimmertür aus, verlegt werden. Ist die erste Plattenschicht verlegt, wird versetzt zu den Fugen der ersten Schicht, noch eine zweite Schicht verlegt.

Beim Trockenunterboden sind die Materialkosten, egal,  ob der Fußbodenaufbau auf eine Stahlbeton oder eine Holzbalkendecke erfolgt, relativ ähnlich.

Checkliste

  • Überlegen Sie sich, inwiefern es besondere Anforderungen an den Brand- oder Schallschutz gibt
  • Lassen Sie sich zumindest online kostenfrei ein unverbindliches Angebot erstellen, um die Kosten in Relation zum "selbst machen" abzuwägen